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Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt

Information zu K.O.-Tropfen 

Sexualisierte Gewalt gehört in unserer Gesellschaft noch immer zur alltäglichen Lebensrealität von vielen Frauen und Mädchen, unabhängig von Alter, sozialer Schicht und Nationalität.

Sie haben sexualisierte Gewalt, heute oder früher, erlebt. Eine Form von Gewalt, die in ganz besonders hohem Maße Ihre persönlichen Grenzen verletzt hat.
Eine Form von Gewalt, die begleitet sein kann von Gefühlen der Ohnmacht, Hilflosigkeit und dem Gefühl, völlig ausgeliefert zu sein.

Diese tief greifende Verletzung kann auf Ihr heutiges persönliches Erleben unterschiedliche Auswirkungen haben. Vielleicht leiden Sie unter Ängsten, unter Alpträumen, Depressionen, unter Schamgefühlen, haben Probleme in der Partnerschaft, vielleicht haben Sie körperliche Beschwerden, die sich kein Arzt erklären kann, vielleicht läuft die Gewaltsituation immer wieder wie ein Film vor Ihren Augen ab, oder vielleicht fühlen Sie momentan überhaupt nichts. Möglich, dass Sie sich in dem einen oder anderen Symptom wieder erkennen.

Wir möchten Sie mit dem, was Sie erlebt haben, nicht allein lassen und bieten Ihnen u.a. bei:

(versuchter) Vergewaltigung
sexualisierter Gewalt in der Kindheit
sexualisierter Belästigung am Arbeitsplatz
Übergriffen durch Ärzte/Ärztinnen und Therapeuten/Therapeutinnen
 
fachliche Unterstützung an in Form von:
telefonischer und persönlicher Krisenintervention, Beratung und Therapie (ein- oder mehrmalig, langfristig)
Begleitung zu Ärzten/Ärztinnen und zur Polizei
Prozessvorbereitung und -begleitung
Unterstützung bei der Suche nach kompetenten Ärztinnen, Anwältinnen und Therapeutinnen
Informationen zu juristischen und medizinischen Fragen
Initiierung von Selbsthilfegruppen

Unsere Arbeit orientiert sich an Ihren Wünschen und Bedürfnissen. Alles, was Sie erzählen, wird vertraulich behandelt, wir unterliegen der Schweigepflicht. Sie können entweder telefonischen Kontakt zu uns aufnehmen und/oder einen Termin für ein persönliches Gespräch vereinbaren.

Die Beratung des Frauennotrufs ist kostenfrei, Spenden nehmen wir gern entgegen

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K.O.-Tropfen

Sexualisierte Gewalt unter Einfluss von K.O. Tropfen verhindern!
Das Thema K.O.-Tropfen wird in den letzten Jahren immer wieder in den Medien aufgegriffen.
In Beratungsstellen gibt es Anfragen von Frauen, die sexualisierte Gewalt erlebt haben und vermuten, dass ihnen vorher sogenannte K.O.-Tropfen verabreicht wurden.
Da der Nachweis dieser Substanzen nur sehr kurze Zeit möglich ist, bleibt es für die Frauen meist ungeklärt ob sie mit ihrer Vermutung Recht haben oder nicht.

Was sind K.O.-Tropfen?
Hinter sogenannten K.O.-Tropfen können sich unterschiedliche Substanzen verbergen. In geringen Dosen können die Tropfen entspannend und enthemmend wirken. Doch auch geringe Mengen können bereits Benommenheit, Übelkeit und Bewusstlosigkeit verursachen. Außerdem setzt die Droge das Erinnerungsvermögen außer Kraft.
K.O.-Tropfen kann man nicht sehen, nicht riechen und nicht schmecken, d.h. Frauen haben kaum eine Chance, die heimlich zugeführten Tropfen in ihrem Getränk zu bemerken.


Wer macht so etwas?
Die Tropfen werden von Tätern gezielt in offen stehende Getränke von Frauen gegeben. Dies geschieht in Discos, Kneipen und auf Partys. Allerdings sind es nicht nur fremde Täter, sondern auch flüchtige Bekannte oder Freunde, mit denen man unterwegs ist, oder die man auf einer privaten Party trifft.

Wie wirken K.O.-Tropfen?
Direkt nach der Einnahme von K.O.-Tropfen merken betroffenen Frauen meist nur, dass ihnen übel und schwindlig wird. Sie vermuten häufig, dass dies die Wirkung des Alkohols ist, obwohl sie bis dahin dachten, gar nicht so viel getrunken zu haben. Zu Beginn wirken die Substanzen euphorisierend; Frauen können plötzlich „aufdrehen“ und heftig flirten, und Begleitpersonen nehmen bei den Betroffenen manchmal eine ungewohnte Kontaktbereitschaft bis hin zu sexualisiertem Verhalten wahr.
Bereits vor dem Verlust des Bewusstseins sind die Frauen durch die Wirkung der K.O.- Tropfen schon willenlos und sehr leicht manipulierbar.
Trotzdem können sie dann noch eine Zeit lang normal reden und sich bewegen und ihre Freundinnen oder andere Außenstehende bemerken nicht, dass sie schon einen “Blackout” haben.
Dies erklärt, warum K.O.-Tropfen in öffentlichen Räumen verabreicht werden. Dem Täter bleibt genug Zeit, mit der Frau Kontakt aufzunehmen, sich vielleicht vermeintlich hilfsbereit als Begleitung nach draußen anzubieten, um Sie dann auf dem Parkplatz oder in einem nahe liegenden Gebüsch Gewalt anzutun. Manche Täter nutzen den Zustand der Willenlosigkeit aus, und bringen die Frau an einen anderen Ort.

Die Opfer müssen mit der Ungewissheit leben
Nach dem Erwachen aus der Bewusstlosigkeit haben die Frauen das Problem, dass sie sich gar nicht oder nur sehr bruchstückhaft erinnern können an das, was passiert ist. Manche haben nur das vage Gefühl, dass etwas Seltsames passiert ist, oder sie spüren, dass es zu einem sexuellen Übergriff gekommen ist. Manche wissen nicht mehr wann, wie und von wem sie wohin gebracht wurden.
Sie wachen vielleicht an Orten auf, die sie nicht kennen und die unter Umständen auch nicht mit dem möglichen Tatort identisch sind.
Falls der Täter ein Freund oder Bekannter war, behauptet er, die Frau hätte es so gewollt und alle sexuellen Handlungen seien einvernehmlich geschehen.
Da die Frauen sich nicht wirklich erinnern können, zweifeln sie oft an sich selbst.
Aus Angst, dass ihnen niemand glaubt oder ihnen unterstellt wird, sie hätten einfach nur zuviel getrunken, sprechen viele nicht über den „Vorfall“. Sie leben mit der bleibenden Ungewissheit und dem Erinnerungsverlust.

Wie merkt man, dass K.O.-Tropfen eingesetzt wurden?
Zeichen für eine Vergiftung durch K.O.-Tropfen können sein:

  • Plötzliche Übelkeit und /oder Schwindelgefühl
  • Wahrnehmungsschwierigkeiten
  • Dämmerzustand(z.B. „wie in Watte gepackt“)
  • Gefühle der Willenlosigkeit
  • Einschränkung der Beweglichkeit bis hin zur Reglosigkeit
  • Erinnerungsstörung bis hin zu zeitweiligem Erinnerungsverlust, der oft auch schlagartig einsetzt
  • Nachdem die Opfer wieder zu sich gekommen sind, können sie unter starker Übelkeit, Erbrechen, Panik- und Angstanfällen leiden.

Wie können Frauen sich schützen?

  • das Glas nie unbeobachtet lassen, im Zweifelsfall ein neues Getränk bestellen
  • mit den Freundinnen besprechen, gegenseitig auf die Gläser zu achten
  • nur Getränke annehmen, deren Weg man von der Theke an verfolgen kann
  • wenn man mit Freundinnen ausgeht, auch gemeinsam wieder nach Hause gehen.
  • wenn die Freundin oder Bekannte plötzlich untypisches Verhalten zeigt, schlagartig total aufgedreht ist, wahllos auf  Männer zugeht und heftig flirtet, die Freundin im Blick behalten und nicht alleine zurücklassen.
  • Bewusst machen, dass  Täter sowohl Fremde als auch Freunde sein können
  • Nicht zögern die Disco oder eine Feier zu verlassen, wenn ein unsicheres Gefühl entsteht.
  • an Freundinnen oder an das Personal wenden, wenn einem in der Disco, der Kneipe oder auf einer privaten Feier plötzlich übel, schwindlig oder dämmerig wird
  • sofort eine Urinprobe (in einem verschließbaren Behälter) nehmen und sie  kühl stellen
  • sofort in ein Krankenhaus und/oder an die Polizei wenden

Was können Sie  bei einem Verdacht konkret in Gütersloh tun?
Der Nachweis der Substanzen ist meist nur 12 – 48 Stunden nach der Verabreichung möglich. Wenn also der Verdacht besteht, dass  K.O.-Tropfen verabreicht wurden, ist es wichtig schnell zu handeln. Der Nachweis kann erbracht werden durch eine Blut- oder Urinprobe. Eine Urinprobe ist besser geeignet, da der Wirkstoff im Blut wesentlich schneller abgebaut wird. Außerdem ist es möglich eine Urinprobe auch für kurze Zeit (2-3 Tage) im Kühlschrank zu lagern (z.B. in einem sauberen Marmeladenglas).
In Gütersloh ist es möglich, sich zu  jeder Tages- und Nachtzeit an das  Städtische Klinikum zu wenden, bitte wenden Sie dich direkt an die Notfallambulanz (an der Pforte danach fragen). Dort gibt es die Möglichkeit den Verdacht auf Verabreichung von K.O.-Tropfen überprüfen zu lassen. Das bedeutet, falls Sie für sich Gewissheit haben möchten und noch nicht sicher sind, ob Sie Anzeige erstatten wollen, können Sie hier eine Blut- oder Urinprobe nehmen und untersuchen lassen. Das Ergebnis der Laboruntersuchung können Sie etwa eine Woche später in einem verschlossenen, an Sie adressierten Umschlag bei der Notfallambulanz abholen. Danach können Sie entscheiden, was mit dem Untersuchungsergebnis passieren soll (ob Sie  z.B. Anzeige erstatten möchten, ob Sie sich zunächst die Beratungsstelle wenden möchten…).
Auch Verletzungen oder Spuren eines möglichen sexuellen Übergriffes können im Krankenhaus festgestellt, behandelt und dokumentiert werden. Wenn Sie sich später für eine Anzeige entscheiden sollten, können sie auf diese Beweismittel zurückgreifen. Für diese Untersuchung ist die Krankenkassenkarte notwendig.
Im Verdachtsfall können Sie auch sofort bei der Kreispolizeibehörde Gütersloh eine Anzeige erstatten, die notwendigen Untersuchungen werden dann durch die Polizei veranlasst und bezahlt.
Information und Unterstützung bei allen Fragen zum Thema Anzeige, bei der Entscheidung, ob Sie anzeigen möchten oder (vorerst) nicht, erhalten Sie im Frauennotruf Gütersloh. Die Mitarbeiterinnen begleiten Sie auf Wunsch auch zur Polizei, zur Rechtsanwältin und zum Gerichtsverfahren.
Mädchen können sich mit ihren Fragen und bei dem Wunsch nach Unterstützung und Begleitung an die Beratungsstelle von pro familia wenden.

Kontakt:

Münsterstr. 17
33330 Gütersloh

  fon - 0 52 41 / 2 50 21
fax - 0 52 41 / 22 26 20




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